Dreifacher Standortnachteil für Familienunternehmen im Kanton St.Gallen – jetzt handeln!
Familienunternehmen sind ein Rückgrat der St.Galler Wirtschaft. Sie schaffen Arbeitsplätze, bilden Lernende aus, treiben Innovation voran und sind in ihren Regionen stark verankert. Im interkantonalen Wettbewerb besteht für sie jedoch ein dreifacher steuerlicher Standortnachteil: eine im Vergleich zu anderen Kantonen hohe Gewinnsteuer, eine unvorteilhafte Dividenden-Teilbesteuerung sowie eine überdurchschnittlich ins Gewicht fallende Vermögenssteuer auf unternehmerisch geprägten Vermögen. Die FDP-Kantonsräte Christian Lippuner (Grabs), Oskar Seger (St.Gallen) und Alexander Bartl (Widnau) haben deshalb eine Interpellation eingereicht und wollen von der Regierung wissen, wie die steuerlichen Rahmenbedingungen gezielt verbessert und die Standortattraktivität des Kantons St.Gallen für Familienunternehmen gestärkt werden kann:
Die Steuerbelastung der St.Galler Unternehmen ist im schweizweiten Vergleich unattraktiv ausgestaltet – Verbesserungen sind dringendst angezeigt!
Familienunternehmen prägen den Kanton St.Gallen. Im interkantonalen Wettbewerb besteht für sie eine dreifache steuerliche Belastung: eine im Vergleich zu anderen Kantonen hohe Gewinnsteuer, eine unvorteilhafte Dividenden-Teilbesteuerung sowie eine überdurchschnittlich ins Gewicht fallende Vermögenssteuer bei unternehmerisch geprägten Vermögen.
Gerade bei erfolgreichen, nicht kotierten Unternehmen führt die Vermögenssteuer in Kombination mit der Bewertung solcher Beteiligungen zu einer wiederkehrenden Liquiditätsbelastung, auch wenn Gewinne konsequent im Unternehmen reinvestiert werden und Ausschüttungen tief bleiben.
In Nachfolgesituationen verschärft sich die Problematik zusätzlich: Die Steuerbelastung fällt oft in einer Phase an, in der Mittel für Unternehmensentwicklung, Kaufpreis- und Nachfolgefinanzierung sowie die Stabilisierung der Führungs- und Eigentümerstruktur benötigt werden. Dies kann Standort- und Wohnsitzentscheide beeinflussen und die Verankerung von Familienunternehmen im Kanton schwächen.
Der Kantonsrat hat die Regierung damit beauftragt, eine Steuerstrategie auszuarbeiten, um die steuerlichen Rahmenbedingungen gezielt weiterzuentwickeln und die Standortattraktivität des Wohn- und Wirtschaftskantons St.Gallen zu stärken.
Wir bitten die Regierung um die Beantwortung folgender Fragen:
- Welche Zielsetzung verfolgt die Regierung speziell für erfolgreiche Familienunternehmen, und wo soll der Kanton St.Gallen in fünf Jahren im Vergleich zu den attraktivsten Kantonen stehen?
- Welche Hebel will die Regierung einsetzen, um die kombinierte Belastung aus Gewinnsteuer, Dividendenbesteuerung und Vermögenssteuer zu reduzieren und damit St.Gallen als wettbewerbsfähigen Standort für erfolgreiche Familienunternehmen zu positionieren?
- Welchen Zeitplan setzt sich die Regierung für die Ausarbeitung und Vorlage von Massnahmen zu Gewinnsteuer, Dividendenbesteuerung und Vermögenssteuer im Rahmen der Steuerstrategie?
- Welche Reformkombination erachtet die Regierung als bestes Verhältnis von Standortwirkung zu Steuerausfällen und wie begründet sie diese Priorisierung?